Donnerstag, 9. Februar 2012

Burnout Symptome erkennen

Checkliste als Hilfe


Dieser Begriff ist zur Zeit in aller Munde und vor allem auch in den Medien ein großes Thema. Viele Menschen fürchten sich vor dem Burnout! Bin ich betroffen? Stehe ich kurz davor? Diese Fragen gehen vielen Menschen durch den Kopf. Wo stehen SIE? Wie können Sie Burnout verhindern? Ich möchte Ihnen hiermit eine Liste an die Hand geben, die Ihnen Anzeichen aufzeigt, die, wenn Sie bei Ihnen zutreffen, ganz sicher irgendwann in den Burnout führen. Ich schreibe diese Liste, damit Sie sich selbst überprüfen können. Ist das bei mir so? Wenn ja, möchte ich etwas ändern? Was kann und will ich ändern? Ich führe Ihnen diese Fragen anhand meiner eigenen Situation vor Augen, um Ihnen anhand meines eigenen Beispiels aufzuzeigen, wie sich die jeweiligen Punkte auswirken können. So ist es nicht so abstrakt, sondern menschlicher. Und ich stelle nach jedem jedem Punkt Fragen zum Selbstcoaching, damit Sie in sich hineinhören können.
Grundlage sind die 12 Punkte, die die Burnout Expertin und renommierte Forscherin, Prof. Christina Maslach, entwickelte.
Ich hoffe es ist Ihnen ein Hilfe, zu erkennen, wo Sie stehen, um den Burnout zu vermeiden.

Punkt 1 - Anderen etwas beweisen wollen!

Ja, ich wollte anderen etwas beweisen und es Ihnen zeigen. Warum?
Heute weiß ich für mich, es hatte etwas mit meinem Selbstwertgefühl zu tun. Ich selber hatte nicht das Gefühl, etwas wert zu sein und entsprechende Glaubenssätze. Deshalb habe ich in erster Linie Anerkennung im Außen gesucht und extrem viel dafür getan.
  • Ist der Drang, anderen etwas zu beweisen bei Ihnen auch so hoch, dass Ihre eigenen Bedürfnisse, Ihre Gesundheit und Ihre Familie zu kurz kommen?
  • Wollen Sie anderen immer etwas beweisen?
  • Wissen Sie etwas über sich, was Sie gut können und wo Ihre Stärken sind usw.?

Punkt 2 - Zu hohe Ansprüche!

Es war unmöglich, meine Ansprüche zu erfüllen, denn mein Denken war geprägt von, es geht noch besser und das kann man wiederum verbessern. Ich war nicht bereit, darüber nachzudenken, ob das irgendwie sinnvoll ist. Ich wollte den höchsten Standard und nur den!
  • Sind Ihre Ansprüche erreichbar und realistisch? Sagen Sie irgendwann, jetzt ist gut, es reicht oder wollen Sie auch immer höher, weiter, schneller?
  • WOLLEN SIE das wirklich oder sagt die innere Stimme das automatisch?

Punkt 3 - Keine Zeit für Entspannung und für sich selbst!

Kennen Sie das? Entspannen kann ich später..., Schlafen kann ich wenn ich tot bin... Das ist doch pure Zeitverschwendung, da kann ich doch noch ganz viel schaffen... Ja, so war es auch bei mir, mit einer absoluten Selbstverständlichkeit. Und wenn ich entspannen wollte, dann nahm ich mir ein Bier oder etwas anderes und dann kam ich schon wieder runter. Für mich selbst nahm ich mir niemals Zeit.
  • Wie sieht es bei Ihnen mit der Entspannung aus?
  • Löst die Frage ein Unwohlsein aus?
  • Tun Sie etwas für sich und Ihr Wohlbefinden und Ihre körperlichen und psychischen Bedürfnisse?
  • Wenn ja, hat es längere Wirkungen oder verpufft die Maßnahme ganz schnell?

Punkt 4 - Auf einmal passieren Fehler und Unzulänglichkeiten nehmen zu!

Ich habe die Punkte 1-3 ignoriert und für nicht wichtig empfunden. Dann fing ich an, Dinge zu vergessen, Termine zu versäumen, mir fielen manchmal die Namen nicht ein. Alles normal, man wird halt älter, oder;-) ? Und wer so viel schafft wie ich, da darf man doch ach mal was vergessen. Kennen Sie solche Gedanken?
  • Ist Ihnen in der Vergangenheit aufgefallen, dass Sie Fehler machen?
  • Haben andere Sie vor kurzem auf Fehler hingewiesen? (Böser Fehler...)
  • Glauben Sie wirklich, das liegt an Ihrem Alter?
  • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie Fehler bemerken?

Punkt 5

Das Verhältnis zu Freunden und der Familie leidet! Wenn Sie keine Zeit für Ihre Nahestehenden mehr aufbringen, Sie ständig angespannt sind und vielleicht nur auf Partys und mit Alkoholkonsum entspannen können, macht Sie das nicht gerade attraktiver und es führt nicht zu einer Vertiefung der Beziehungen. In dieser Situation macht man Sie auch noch auf Fehler aufmerksam. Da ist eh schon alles so komisch und dann kommt das noch. Bei mir hat das zusätzlich zu Rückzug geführt, in mich kehren, noch mehr arbeiten, mit der Aussage, es geht nicht anders.
  • Betrachten Sie Ihre Familie, Ihre Freundschaften, hat sich da etwas verändert?
  • Ist es besser geworden?
  • Ziehen Sie aus Ihrer Beziehung und Ihren Freundschaften noch Kraft?
  • Oder ziehen Sie sich eher zurück?

Punkt 6 - Alles wird verdrängt und Zweifel an uns selbst und unseren Fähigkeiten nehmen zu!

Das konnte alles so nicht sein, so ein Quatsch, das stimmt so alles nicht. Warum versteht mich keiner!? Irgendwie scheint mich keiner mehr zu mögen. Mit mir stimmt was nicht, ich bin offensichtlich krank in der Birne... Mein Denken wurde immer verrückter und zwanghafter, ALLES Mist, dachte ich. Ich konnte mich über gar nichts mehr richtig freuen, etwas Positives fand ich kaum noch. Auch nicht über die Dinge, die ich erreichte.
  • Zweifeln Sie schon an sich und Ihren Fähigkeiten?
  • Finden Sie, es macht irgendwie alles keinen Spaß mehr?
  • Denken Sie manchmal, Sie seine verrückt?
Sie haben ein ernstes Problem mit Ihrem Selbstwertgefühl, bitte suchen Sie sich Hilfe.
Dies sind die ersten 6 Punkte, an denen Sie selber sehen können, wo Sie stehen. Wenn alle diese Punkte auf Sie zutreffen, dann ist ein Burnout nicht mehr unwahrscheinlich. Doch Sie haben die Möglichkeit, gegenzusteuern und an sich zu arbeiten.
Vielleicht sind Sie aber auch schon ein paar Schritte weiter.

Gastbeitrag von Mario Mevert

Quelle:  ngo-online

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